Shopfloor | Entwicklung antizipieren:


"Die Zukunft gehört denen,
die die Möglichkeiten erkennen, bevor sie offensichtlich werden."


Oscar Wilde

Führung: Gutes Team gewinnt

 

Shopfloor-Management

Das Shopfloor-Management (SFM) dient durch die Visualisierung und das Reporting von Kennzahlen in kurzen "Stehungen" (Stand-up-Meetings), der klaren Information und Moderation der Mannschaft auf der Fläche (engl.: shopfloor, dt. Hallenboden). Dies ist zugleich die Grundlage für den Prozess der ständigen Verbesserung (KVP, Lean-Management), der organisierten Zusammenarbeit und der zielorientierten Problemlösung an der Basis und gemeinsam mit der Basis.

Das SFM ist daher ein modernes und ganzheitliches Führungsinstrument echter Beteiligung am Ort der Wertschöpfung (Gemba), einschließlich relevanter Rückmeldungen an das Management.

Inhalte:

Was wir tun können:

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Besonderheiten in der Führung am Shopfloor

Einfach ist sie nicht und sie braucht Zeit, die Mittlerposition im Sandwich zwischen Unternehmen, manchmal Kunden und den Mitarbeitern an der Basis, zwischen Akademikern und "einfachen" Werker(innen), zwischen Organisatoren, Kaufleuten und Praktikern, oftmals durchsetzt von Zeitarbeitern mit ihren eigenen Regeln. Erschwerend kommen Rahmenbedingungen wie Hitze, körperliche Anstrengung oder der ständige Wechsel zwischen Drinnen und Draußen dazu, bei oft hohen Führungsspannen (Anzahl Mitarbeiter) im Vergleich zu den administrativen Bereichen.

Die Führung von Menschen, das Präsentieren während z.B. einer 5-minütigen „Stehung“, die Arbeit als Moderator und die Beteiligung der Mitarbeiter am Board und am Arbeitsplatz haben viele Führungskräfte auf der Fläche nicht gelernt.

Visuell und Sichtbar Führen

Sichtbar Führen bedeutet für Führungskräfte einerseits Ergebnisse und Ziele sichtbar zu machen (Visuelle Führung), aber eben auch am Ort des Geschehens selbst sichtbar wahrgenommen zu werden und präsent zu sein. Dies dient der Erdung und der Nähe auch gehobener Führungskräfte zum Ort der Wertschöpfung durch den sogenannten Gemba Walk (Go and See) und den strukturierten Austausch mit der Basis.

Visuell Führen Bei zunehmender Datenmenge, Komplexität und Schnelligkeit der Veränderung, kommen Führungskräfte allein mit Kommunikation durch Wort und Text zunehmend an ihre Grenzen, wenn sie zugleich ein tieferes Verständnis beim Einzelnen erreichen wollen. Mit Visualisierung werden abstrakte Daten und Zusammenhänge veranschaulicht, d.h. in eine visuell erfassbare Form gebracht in Form von Bildern, z.B.: Grafiken oder Fotos.

Regelkommunikation

Führungskräfte und Mitarbeiter treffen sich in einem regelmäßigen Turnus zum zeitnahen, situationsbezogenen und zielorientierten Informationsaustausch. Regelkommunikation ist der Einstieg in eine durchgängige Information (horizontal und vertikal), Transparenz, kontinuierliche Verbesserung und gelebte Beteiligung. Standardmäßig eingeführt und professionell moderiert, schafft dieser Kommunikationsfluss Motivation, Leistungsbereitschaft, positives Arbeitsklima und stärkt die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen.

Ziel ist, dass die relevanten Informationen da ankommen, wo sie gebraucht werden und zeitnah und praxisgerecht Maßnahmen ergriffen werden. Dies geschieht am Arbeitsplatz, oft zentral an einem Meeting-Point mit einem Shopfloor-Board.

Shopfloor-Board

Das Shopfloor-Board ist das zentrales Element und der Kondensator für Transparenz, d.h. vollumfängliche Information und das Erkennen von Zusammenhängen. Dazu dient es der echten Beteiligung (Partizipation) der Fach-Führungskräfte und der Mitarbeiter. Es entsteht eine gegenseitige Sicherheit im Tun, insbesondere bei Vorbereitung und Umsetzung von Veränderungen.

Kennzahlen und Ampelsysteme

Die Grundlage einer übersichtlichen und schnell erfassbaren Visualisierung bilden Kennzahlen und Ampelsysteme, die Ziele repräsentieren, der aktuellen Information dienen und somit Steuerungsaufgabe haben. Kennzahlen geben relevante Zusammenhänge in verdichteter, quantitativ messbarer Form wider und können gut bildlich dagestellt werden (Visualisieren). Eine Hilfestellung bietet die Einteilung nach SQCDP:

Die Auswahl und Gestaltung sollte mit der Mannschaft gemeinsam erfolgen (Transparenz, Partizipation) und auf das Nötigste beschränkt werden (Übersichtlichkeit und Signalwirkung). In der Folge ist eine regelmäßige Anpassung und Erneuerung des Boards an die aktuellen Fragestellungen erforderlich.

Hoshin Kanri

Die Unternehmensziele werden auf die jeweiligen Bereiche und Teams heruntergebrochen. So wird sichtbar, was jeder als eigenen Beitrag direkt und konkret zur Zielerreichung des Gesamten beitragen kann. In Kennzahlen ausgedrückt, findet die Ausrichtung an den Unternehmenszielen in den Shopfloor-Meetings unmittelbare Umsetzung.

Fazit: Beim SFM zeigen die Führungskräfte Präsenz am Ort der Wertschöpfung. Die hohe Informationsdichte, stets sichtbar bei hoher Verständlichkeit, führt in kurzen Steh-Meetings mit regelmäßiger Abstimmung im Team zu steigendem Verständnis und eigenständigem Handeln.

Die systematische Vorgehensweise dient der nachhaltigen und strukturierten Problemlösung und ständigen Verbesserung. Dies ergibt eine hohe Effizienz durch positive Fehlerkultur und permanente Weiterentwicklung vor Ort (Lean, Lernende Organisation) bei steigender Flexibilität.

Der persönliche Kontakt mit gemeinsamen Beschlüssen führt zu einer hohen Identifikation mit den Arbeitsergebnissen. Das hierarchieübergreifende Erleben der Erwartungen und ein tieferes Verständnis für die Ziele bei gleichzeitigem Erleben der Praxis vor Ort, verbindet durch gemeinsame Entwicklung und Erfolge. Dieses dem Menschen zugewandte Führungs-Handeln (Haltung, Führungsverständnis) ist durch die Digitalisierung und das zur Verfügung stellen von Daten auf Servern und daraus generierten Informationen nicht ersetzbar.

Tipp: SFB - Gute Übung für Nachfolger und Stellvertreter

Das Präsentieren und Moderieren am Shopfloor-Board (SFB) ist eine gute Übung für nachstrebende Führungskräfte und Stellvertreter. So können sie Erfahrung sammeln, Lateral führen lernen (Führen ohne Weisungsbefugnis → Wikipedia, Lateral führen ) und sich Sicherheit im Umgang mit den Mitarbeitern erarbeiten. Für Stellvertreter ist dies eine gute Handlungsoption, um auch im Alltag als Führungskraft (an-)gesehen zu werden, an Kommunikation und Entscheidungen beteiligt zu sein und dies nicht erst im Falle der Vertretung! Diese aprupte Beförderung als „Chef auf Zeit“ überfordert Führungskraft und Mitarbeiter, Unsicherheit und Konflikte sind vorprogrammiert, oft fehlt die Akzeptanz auf der Fläche.

Kritik am gelebten Alltag

Wenn Blickkontakt, zugewandte Körperhaltung und aktiv Nachfragen ein Ausdruck von Aktivität und Interesse sind, finden wir in der Praxis oft das krasse Gegenteil:

Erarbeiten Sie sich mit Ihrer Mannschaft mehr Überblick und mehr Teilhabe. Wir erörtern gerne mit ihnen Vorteile und mögliche Umsetzung. Sprechen Sie uns an!




Workshops und Trainings

Gerne unterstützen wir Sie beim Aufbau eines neuen Shopfloor-Managements oder bringen frische Energie in bestehende Systeme:

Aufbau, Inhalte

Der Aufbau und die Inhalte des Shopfloor-Boards sind entscheidend und sollten gemeinsam (weiter-) entwickelt werden.

Informieren, Präsentieren, Fokussieren

Darüber hinaus bedarf es der Kunst des jeweiligen Moderators (Meister, Teamleiter, Schichtführer, Stellvertreter, ...) aktuellen Bezug herzustellen und die Fokussierung auf die aktuelle Vorgehensweise und für Verbesserung zu bieten.

Moderieren - proaktive Beteiligung

Neben Informieren, Präsentieren und Fokussieren gehört darüber hinaus zu seinen Aufgaben: die Gruppe beteiligen, d.h. die Mitarbeiter einbeziehen: "Was ist gut gelaufen! Was kommt heute auf uns zu? Auf was achten wir heute!?". Dies ermöglicht Sinn und Motivation, sowie die Sicherheit das Richtige richtig zu tun.

– Inhouse -Workshops

Auf Ihren individuellen Bedarf zugeschnitten konzipieren wir für Sie individuelle Workshops und Moderations- und Präsentationstrainings. Idealerweise erarbeiten wir dazu mit den (Fach-) Führungskräften, Stellvertretern und interessierten Mitarbeitern:

– Offene Trainings / Workshops

Im offenen Moderations-Training in Siegen / Freudenberg arbeiten wir in kleinen Gruppen und nehmen, wenn Teilnehmer uns diesen Bedarf melden, die Moderation und Präsentation am Shopfloor-Board (SFB) gerne mit auf, damit Ihr SFM erfolgreich ist, indem es die Mitarbeiter erreicht, beteiligt und fokussiert.



 

Die Module der offenen unternehmensübergreifenden Führungstrainings stärken die Führungskräfte im Sandwich an der Basis und ermutigen / befähigen zur Beteiligung der Mitarbeiter und dem professionellen Umgang mit schwierigen Situationen. Dies konzipieren wir für Sie gerne auch intern, d.h. Inhouse.



 

Fokussieren, Visualisieren - nicht nur auf der Fläche

Die Herangehensweise des Visualisierens und Absprechens durch das Shopfloor-Management der traditionellen Produktion und Logistik ist von agilen, interdisziplinären und selbstständig agierenden Teams übernommen und perfektioniert worden. Inzwischen erobert das SFM mit Visualisierung und Moderation in Stand-up-Meetings auch die administrativen Bereiche klassischer Unternehmen (Visuelles Management):

Visuelles_Management: Shopfloor, Officefloor und Engeneeringfloor

Bildquelle: Wikipedia, Shopfloor Management

Neben dem Shopfloor-Management finden wir daher zunehmend auch Officefloor- und Engeneeringfloor-Management in der Umsetzung in produzierenden Unternehmen, in der Logistik und in größeren Betrieben im Handwerk.

Initiative und Begeisterung

In Teams die zunehmend selbstverantwortlich agieren, übernehmen auch gerne Fach-Führungskräfte und interessierte Mitarbeiter die Moderation. Dies fördert die Übernahme von Verantwortung, unternehmerisches Denken und damit Motivation und Initiative.

Gehen Sie in Führung, sprechen Sie uns an!

Drittner-Training & Development; Ralf Drittner, Barbara Grau und Team